Österreichischer Film Gender Report 2012-2016

Eklatant ungleiche Geschlechterverhältnisse in
allen Bereichen der österreichischen Filmbranche

Das Österreichische Filminstitut und das Bundeskanzleramt gaben – nicht zuletzt durch unsere langjährige Initiative – einem parlamentarischen Entschließungsantrag folgend im Jahr 2017 die Erstellung eines “Film Gender Reports” in Auftrag. Die Umsetzung übernahmen Ao. Univ.-Prof. Dr. Mag. Eva Flicker und Lena Lisa Vogelmann, BA BA, vom Institut für Soziologie der Universität Wien.
Die zentralen Ergebnisse wurden am 7. Mai 2018 präsentiert.

Zentrale Ergebnisse Film Gender Report 2012-2016

Kurzfassung Film Gender Report 2012-2016

Den katastrophalen Status Quo der Ungleichheit in unserer Branche kann man nun Schwarz auf Weiß und sehr differenziert in einer Kurzfassung nachlesen. Die gesamte Studie (ca. 200 Seiten) wird in etwa zwei Monaten veröffentlicht werden. Der Bericht untersucht die Geschlechterverhältnisse im Filmschaffen erstmals österreichweit und umfassend, um Transparenz und Bewusstsein zu schaffen und bestehende Maßnahmen zu evaluieren.

Diese Ungleichstellung wollen wir natürlich ehebaldig beseitigt sehen. Die dafür notwendigen strukturellen Maßnahmen (Quoten etc.) betreffen alle Bereiche in der Filmbranche, von der Ausbildung bis zum Verleih. Und sie betreffen alle Filmschaffenden.
Wir wollen, dass die Frauen in der Filmbranche die gleichen Chancen bekommen wie ihre männlichen Kollegen.

Dr. Paul Scheibelhofer hat in seiner Keynote im Rahmen der Studienpräsentation darauf hingewiesen, dass oftmals nur solche Maßnahmen begrüßt werden, die zahnlos sind und folgenlos bleiben. Nun ist es an der Politik und den Institutionen, Maßnahmen zur Beseitigung von geschlechterungerechten Strukturen zu schaffen und umzusetzen, die relevante Veränderungen bringen.

In diesem Zusammenhang möchten wir auch daran erinnern, dass wir uns seit vielen Jahren dafür einsetzen, dass die gesetzlich vorgeschriebene Parität in Gremien, in denen wichtige Entscheidungen für unsere Arbeitsbedingungen getroffen werden, endlich hergestellt wird. Politik, Institutionen und Verbände sind aufgerufen, bei der Entsendung von VertreterInnen in Gremien auf Geschlechterparität zu achten.

Umso wichtiger ist die Ankündigung des Österreichischen Filminstituts und des Bundeskanzleramts, den Report periodisch weiterzuführen. Seit 2009 ist Gender-Budgeting in der österreichischen Verfassung verankert.

Wünschenswert wäre es hierbei, dass alle Förderinstitutionen und Filmfestivals Grundlagen für den Bericht zur Verfügung stellen. Bisher haben 11 nationale und regionale Förderstellen, 13 Filmfestivals und die Filmakademie Wien Zahlenmaterial für die Studie geliefert.

Wir danken Dr.in Barbara Fränzen vom Bundeskanzleramt sowie Mag. Roland Teichmann (Direktor ÖFI), Mag.a Iris Zappe-Heller (Gender- und Diversityangelegenheiten) und Birgit Moldaschl, BA (Gender- und Diversitymonitoring) vom Österreichischen Filminstituts für ihren Einsatz für den Gender Report.

Nur eine klare Vorlage von Fakten kann das Bewusstsein schaffen, dass es braucht, um gesellschaftliche und politische Strukturen zu verändern und Geschlechtergerechtigkeit herzustellen.