Film: Nirgendland, Dokumentarfilm von Helen Simon (D 2014, 72 min.).
Special Guest: Claudia Gladziejewski, Redakteurin Bayrisches Fernsehen.
Moderation: Wilbirg Brainin-Donnenberg.

3. Dezember 2015, 20 Uhr, Admiral Kino, Burggasse 119, 1070 Wien
Eintritt frei – Anmeldung unter kassa@admiralkino.at

Claudia Gladziejewski war beim KinoSalon zu Gast und hat nach der Filmvorführung von Nirgendland über die Entstehungsgeschichte des Films und ihrer Zusammenarbeit mit der Regisseurin gesprochen sowie über Ihre langjährige Arbeit als Fernsehredakteurin im Bayrischen Rundfunk für den Bereich Debut, Kurzfilm und Themenabende. Sie hat auch ihre Gedanken zur Stärkung von Frauen in der Filmbranche mit dem Publikum geteilt.

Der Abend bot auch Gelegenheit, beim anschließenden Get-Together Claudia Gladziejewski kennenzulernen.

Zum Film:
„Es ist doch gar nichts passiert.“ Diese Floskel des Vaters von Tina Reuther wirkte viele Jahre wie ein mächtiges Schloss, das die Erinnerung an die grausame Seite ihrer Kindheit im Unterbewusstsein verbarg. „Ich wollte unbedingt eine heile Familie“, erklärt sie ihr Schweigen und Schönreden, obwohl sich der Vater an ihr verging und die Mutter beim leisesten Hinweis auf das Ungeheuerliche mit Selbstmord drohte. Nirgendland, Helen Simons ausgezeichneter Dokumentarfilm, vollzieht behutsam und geduldig noch einmal den schmerzenden Prozess nach, in dem die so vital wirkende Frau genötigt war, sich der Tragödie ihrer Familie zu stellen. Wie lässt sich mit dokumentarischen Mitteln erzählen, was sexueller Missbrauch anrichtet, ohne die in paradoxe Abwehr- und Überlebenstricks verstrickten Opfer ein weiteres Mal zu demütigen? Helen Simons Film, ihre Abschlussarbeit an der Münchner Filmhochschule, konzentriert sich auf die Stärke und Wahrhaftigkeit der Frau vor der Kamera, die Zeit braucht, um allmählich darüber zu reflektieren, was die Taten und deren Verheimlichung anrichteten. Claudia Lenssen, epd film 17.3.2015

Nirgendland ist Helen Simons Abschlussarbeit an der Münchner Filmakademie und wurde von Claudia Gladziejewski redaktionell betreut.
Nominierung Prix Europa 2015, Hauptpreis beim DOK Fest München, IDFA Amsterdam best student award.

Dieser FC Gloria KinoSalon fand in Kooperation mit dem drehbuchforum wien statt, das einen Workshop zu Systemischer Drehbuchaufstellung mit Claudia Gladziejewski bot.

Claudia Gladziejewski
wurde in Hamburg geboren. In Norwich/England studierte sie Comparative Literature, Film Studies und Creative Writing, später in Hamburg Anglistik, Germanistik und Journalistik. An der Universität Hamburg promovierte sie auch mit der Arbeit „Dramaturgie der Romanverfilmung“.
Neben diversen Lehraufträgen an Filmhochschulen (v. a. Drehbuchaufstellungen, www.script-doctors.com) leitet sie beim Bayerischen Rundfunk die Redaktion „Kurzfilm und Debut“ (www.br.de/kurzfilm-nacht), darüber hinaus ist sie verantwortlich für das Autorenstipendium der Stadt Nürnberg (www.nuernbergkultur.de/kulturfoerderung/autorenstipendium.htm). Als Redakteurin entwickelte und betreute sie Filme wie Das Leben der Anderen, Die Geschichte vom weinenden Kamel und Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat.

Wir danken Michaela Englert vom Admiral Kino, einer der wenigen Kinobetreiberinnen in Österreich, für die gute Zusammenarbeit. Dank auch an Zantho, feine weine burgenland.