{"id":312,"date":"2018-02-16T17:28:11","date_gmt":"2018-02-16T16:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/?post_type=project&#038;p=312"},"modified":"2020-01-29T15:06:51","modified_gmt":"2020-01-29T14:06:51","slug":"tonmeisterin","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/project\/tonmeisterin\/","title":{"rendered":"Tonmeisterin"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section bb_built=&#8220;1&#8243;][et_pb_row][et_pb_column type=&#8220;2_3&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.0.100&#8243; background_layout=&#8220;light&#8220;]<\/p>\n<h2>Tonmeisterin<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery _builder_version=&#8220;3.0.100&#8243; show_title_and_caption=&#8220;on&#8220; show_pagination=&#8220;on&#8220; gallery_ids=&#8220;1331,1338,1333&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; orientation=&#8220;landscape&#8220; zoom_icon_color=&#8220;#ff4530&#8243; hover_overlay_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.9)&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; pagination_font_size_tablet=&#8220;51&#8243; pagination_line_height_tablet=&#8220;2&#8243; \/][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.0.100&#8243; background_layout=&#8220;light&#8220; custom_margin=&#8220;0px|||&#8220; custom_padding=&#8220;0px|||&#8220;]<\/p>\n<h6>Tonmeisterin Teresa Schwind<\/h6>\n<h6>Tonmeisterin Nora Czamler am Set von <em>Gr\u00fcn, gr\u00fcn gr\u00fcn<\/em>, Photo: \u00a9 WILDart Film<\/h6>\n<h6>Tonmeisterin Nic Nagel Foto \u00a9 Lars Barthel<\/h6>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243;][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.0.100&#8243; background_layout=&#8220;light&#8220;]<\/p>\n<p>Der Aufgabenbereich der Originaltonmeisterin umfasst die k\u00fcnstlerische und technische Mitarbeit bei Filmdreharbeiten. Ihre Aufgabe ist die kreative und eigenverantwortliche Tonaufnahme aller f\u00fcr die Postproduktion ben\u00f6tigten Originalt\u00f6ne (kurz \u201cO-Ton\u201d) am Drehort, haupts\u00e4chlich Sprache. Dies erfordert neben umfassenden technischen und organisatorischen F\u00e4higkeiten ein ausgepr\u00e4gtes Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Wissen um die klanglichen Gestaltungsmittel.<\/p>\n<p>Die Bedingungen der Tonaufnahme und die Art der aufzunehmenden T\u00f6ne sind ma\u00dfgeblich durch die Bildgestaltung und das gefilmte Geschehen bestimmt. Die O-Tonmeisterin muss die tonliche Situation am Drehort dahingehend gestalten, dass es m\u00f6glich wird, einen zum Bild authentisch wirkenden O-Ton aufzuzeichnen. Ihre Arbeit umfasst dabei die Gestaltung der akustischen Bedingungen am Drehort und die Wahl der erforderlichen technischen Mittel. Sie weist die Regisseurin auf m\u00f6gliche tonliche Probleme bei der Inszenierung hin und schl\u00e4gt Alternativen vor.<\/p>\n<p>Die O-Tonmeisterin muss Bildinhalte und dramaturgische Funktion einer Einstellung unmittelbar erfassen k\u00f6nnen. Damit bei der sp\u00e4teren Montage die Illusion zeitlicher Kontinuit\u00e4t erm\u00f6glicht wird, muss sie daf\u00fcr Sorge tragen, dass klangliche und darstellerische Anschlussfehler vermieden werden.<\/p>\n<p>Soweit am Drehort besondere dramaturgisch wichtige Ger\u00e4usche innerhalb oder au\u00dferhalb des Bildes vorhanden sind, sind auch diese in Form von sogenannten Nur-t\u00f6nen (also ohne Bild) aufzunehmen, insbesondere, wenn sie nicht, oder nur schwer im Nachhinein zu erzeugen sind. Dazu geh\u00f6ren u.a. Dialog-Nachsprecher, Komparsenstimmen, T\u00f6ne besonderer Requisiten, oder einzigartige Ton-Atmosph\u00e4ren (kurz \u201eAtmo\u201c).<\/p>\n<p>Da die Arbeit der O-Tonmeisterin am Beginn der Tonproduktionskette steht, legt sie die Basis f\u00fcr alle nachfolgenden Arbeiten am Filmton. Sie muss eine gute Kommunikation mit dem Bild- und dem Tonschnitt etablieren. Die Kenntnis des aktuellen Standes der Postproduktionstechnik f\u00fcr Bild und Ton und des prinzipiellen Ablaufs von Schnittarbeiten ist wichtig, um zu gew\u00e4hrleisten, dass nicht Teile der Tonaufnahmen oder Metadaten im Laufe des Bildschnitts verloren gehen. Auch in diesem Sinne sollte bereits vor Drehbeginn ein Workflow f\u00fcr den Ton-Transfer vom Set in den Bildschnitt und von dort in den Tonschnitt entwickelt und getestet werden.<\/p>\n<p>Die O-Tonmeisterin arbeitet in der Regel projektbezogen als Angestellte oder Selbstst\u00e4ndige, mitunter auch in Festanstellung. Im Bereich der szenischen Produktion leitet sie ein Team aus idealerweise zwei Tonassistentinnen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_accordion _builder_version=&#8220;3.0.100&#8243;][et_pb_accordion_item _builder_version=&#8220;3.0.100&#8243; title=&#8220;AUFGABEN&#8220; use_background_color_gradient=&#8220;off&#8220; background_color_gradient_start=&#8220;#2b87da&#8220; background_color_gradient_end=&#8220;#29c4a9&#8243; background_color_gradient_type=&#8220;linear&#8220; background_color_gradient_direction=&#8220;180deg&#8220; background_color_gradient_direction_radial=&#8220;center&#8220; background_color_gradient_start_position=&#8220;0%&#8220; background_color_gradient_end_position=&#8220;100%&#8220; background_color_gradient_overlays_image=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220; background_size=&#8220;cover&#8220; background_position=&#8220;center&#8220; background_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; background_blend=&#8220;normal&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; background_video_pause_outside_viewport=&#8220;on&#8220; text_shadow_style=&#8220;none&#8220; box_shadow_style=&#8220;none&#8220;]<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung:<\/strong><br \/>\n\u2022 Studium des Drehbuchs hinsichtlich der tonlichen Anforderungen und Umsetzbarkeit<br \/>\n\u2022 Besprechung mit Regie: Aufl\u00f6sung durchgehen, klangliche Intentionen hinsichtlich des Endprodukts erarbeiten, Anschl\u00fcsse abkl\u00e4ren, Hinweise und L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu vorhersehbaren akustischen Problemen machen<br \/>\n\u2022 Besprechung mit der Leiterin der Ton-Postproduktion (Sound Supervisor): klangliche Intentionen hinsichtlich des Endprodukts erarbeiten, Audio- und Metadaten-Workflow testen, notwendige Nurt\u00f6ne und Atmos besprechen, die von der Originaltonmeisterin aufgenommen werden sollen<br \/>\n\u2022 Besprechung mit Produktions- \/ Herstellungsleiterin: Falls notwendig Veranschlagung des Aufwandes, der f\u00fcr die Nutzbarmachung eines Drehortes zur Tonaufnahme anf\u00e4llt, beispielsweise in Form von Stra\u00dfensperrungen, Akustikbau (Absorber, D\u00e4mmmaterial,\u2026) usw. Auswirkungen durch schlechten O-Ton auf das Gesamtbudget verdeutlichen<br \/>\n\u2022 Personal-, Materialeinsatz und Zeitaufwand kalkulieren<br \/>\n\u2022 Besprechung mit Kamera\/Licht: Drehstil und Aufl\u00f6sung hinsichtlich tonlicher Umsetzbarkeit durchgehen, Bild- und Lichttechnik auf O-Ton-Tauglichkeit pr\u00fcfen (L\u00fcfter in Monitoren und Kameras u.\u00e4.). Leise Generatoren und akustisch ausreichenden Abstand (hinreichende Leitungsl\u00e4nge!) zum Drehort einfordern<br \/>\n\u2022 Besprechung mit Szenenbildnerin: Hinweise zur o-tontauglichen Auswahl und Gestaltung von Drehorten und Kulissen, Besprechung von notwendigen Akustikma\u00dfnahmen (Schalld\u00e4mmung, Schallabsorbtion), Beseitigung von St\u00f6rger\u00e4uschen (bspw. Dielenknarren usw.)<br \/>\n\u2022 Besprechung mit Kost\u00fcm: Hinweis auf Verwendung m\u00f6glichst raschel- und knisterfreier Stoffe sowie Vorbereitung von Kost\u00fcmen zum Einbau von Ansteckmikrofonen, Beklebung von Schuhsohlen zur D\u00e4mmung von Schrittger\u00e4uschen<br \/>\n\u2022 Obligatorisch: Teilnahme an den Motivbesichtigungen. Hinweise an Regie und Produktion hinsichtlich der akustischen Eignung der Motive<br \/>\n\u2022 Kl\u00e4rung des Produktionsablaufs z.B. bei Musik- und Gesangsaufnahmen am Drehort<br \/>\n\u2022 Festlegung und \u00dcberpr\u00fcfung der technischen Ger\u00e4te und des Arbeits- und Verbrauchsmaterials<br \/>\n\u2022 Kl\u00e4rung und evtl. Anmeldung der Frequenzen f\u00fcr Funkmikrofone<br \/>\n\u2022 Abstimmung und Testen des Datentransfers\/Workflows vom Drehort \u00fcber den Schneideraum zur Tonnachbearbeitung in Absprache mit Filmeditorin, seiner Assistentin und\u00a0 Sound Supervisor<\/p>\n<p><strong>Durchf\u00fchrung:<br \/>\n<\/strong>\u2022 Wahl einer sinnvollen Mikrofonierung (in der Regel Angel- und \/ oder Einbau- und Ansteckmikrofone)<br \/>\n\u2022 Aufnahme der Dialoge bzw. aller Aktionen vor der Kamera<br \/>\n\u2022 \u00dcberwachung der Tonaufnahmen (technische \/ k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t, Text, Sprachverst\u00e4ndlichkeit, nicht tolerierbare Nebenger\u00e4usche)<br \/>\n\u2022 Sicherstellung der Synchronit\u00e4t von Bild- und Tonaufnahmeger\u00e4t(en)<br \/>\n\u2022 Bereitstellung von Mith\u00f6rm\u00f6glichkeiten (engl. feed) f\u00fcr Regie und andere Gewerke<br \/>\n\u2022 Anweisung an die Tonassistentinnen zur Mikrofonf\u00fchrung und evtl. zum Einbau von Ansteckmikrofonen<br \/>\n\u2022 gegebenenfalls Playback-Einspielungen<br \/>\n\u2022 Erstellung einer O-Ton-Vormischung w\u00e4hrend der Aufnahme zur Verwendung f\u00fcr den Bildschnitt<br \/>\n\u2022 Beratung der Regie hinsichtlich der tonlichen Inszenierung<br \/>\n\u2022 Aufnahme bildunabh\u00e4ngiger oder dramaturgisch notwendiger Zusatzt\u00f6ne am Set (Nachsprecher, Off-Dialoge, Musik, drehortspezifische Atmosph\u00e4ren, Spezialger\u00e4usche usw.) f\u00fcr die Tonnachbearbeitung<br \/>\n\u2022 Erstellen des Tonberichts in elektronischer (Metadaten) oder Papierform in Zusammenarbeit mit Continuity\/Script<br \/>\n\u2022 \u00dcbergabe der Tonaufnahmen und Tonberichte an die Postproduktion; bei non-linearer Aufzeichnung in der Regel Anfertigung von Sicherheitskopien<br \/>\n\u2022 Teilnahme an der Mustervorf\u00fchrung.<\/p>\n<p><strong>Nachbereitung:<br \/>\n<\/strong>\u2022 Beantwortung von R\u00fcckfragen aus der Postproduktion<br \/>\n\u2022 Anwesenheit bei der Postproduktionstonbesprechung<br \/>\n\u2022 Anwesenheit bei der Dialog- oder Endmischung zusammen mit Regie<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item _builder_version=&#8220;3.0.100&#8243; title=&#8220;ANFORDERUNGEN&#8220; use_background_color_gradient=&#8220;off&#8220; background_color_gradient_start=&#8220;#2b87da&#8220; background_color_gradient_end=&#8220;#29c4a9&#8243; background_color_gradient_type=&#8220;linear&#8220; background_color_gradient_direction=&#8220;180deg&#8220; background_color_gradient_direction_radial=&#8220;center&#8220; background_color_gradient_start_position=&#8220;0%&#8220; background_color_gradient_end_position=&#8220;100%&#8220; background_color_gradient_overlays_image=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220; background_size=&#8220;cover&#8220; background_position=&#8220;center&#8220; background_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; background_blend=&#8220;normal&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; background_video_pause_outside_viewport=&#8220;on&#8220; text_shadow_style=&#8220;none&#8220; box_shadow_style=&#8220;none&#8220;]<\/p>\n<p>\u2022 Einwandfreie H\u00f6rf\u00e4higkeit<br \/>\n\u2022 Konzentrationsf\u00e4higkeit \u00fcber l\u00e4ngere Zeit<br \/>\n\u2022 Bereitschaft zu unregelm\u00e4\u00dfigen Arbeitszeiten und \u00dcberstunden<br \/>\n\u2022 Bereitschaft zum Einsatz an wechselnden Drehorten (andere St\u00e4dte und L\u00e4nder), Wochenend- und Nachtarbeit<br \/>\n\u2022 Physische und psychische Belastbarkeit<br \/>\n\u2022 F\u00e4higkeit, kleinste Details eines Klangbildes wahrzunehmen und zu beurteilen<br \/>\n\u2022 Musikalit\u00e4t<br \/>\n\u2022 F\u00e4higkeit zu Teamarbeit, selbstbewusstem und konstruktivem mitmenschlichem Umgang und Empathie auch in Stresssituationen<br \/>\n\u2022 Dispositionsf\u00e4higkeit, Improvisationsf\u00e4higkeit, F\u00fchrungseigenschaften, Entscheidungsverm\u00f6gen und Verantwortungsbereitschaft<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item _builder_version=&#8220;3.0.100&#8243; title=&#8220;AUSBILDUNG&#8220; use_background_color_gradient=&#8220;off&#8220; background_color_gradient_start=&#8220;#2b87da&#8220; background_color_gradient_end=&#8220;#29c4a9&#8243; background_color_gradient_type=&#8220;linear&#8220; background_color_gradient_direction=&#8220;180deg&#8220; background_color_gradient_direction_radial=&#8220;center&#8220; background_color_gradient_start_position=&#8220;0%&#8220; background_color_gradient_end_position=&#8220;100%&#8220; background_color_gradient_overlays_image=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220; background_size=&#8220;cover&#8220; background_position=&#8220;center&#8220; background_repeat=&#8220;no-repeat&#8220; background_blend=&#8220;normal&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; background_video_pause_outside_viewport=&#8220;on&#8220; text_shadow_style=&#8220;none&#8220; box_shadow_style=&#8220;none&#8220;]<\/p>\n<p>Es gibt keinen geregelten Ausbildungsweg speziell zur O-Tonmeisterin. G\u00e4ngig ist entweder eine mehrj\u00e4hrige Berufspraxis als Filmtonassistentin, eine medientechnische Ausbildung, oder ein tontechnisches Studium.<br \/>\nNeben elektroakustischen Kenntnissen ist vor allem bei der weit verbreiteten Selbst\u00e4ndigkeit in diesem Beruf auch betriebswirtschaftliches Wissen von Nutzen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][\/et_pb_accordion][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><div class=\"et_pb_row et_pb_row_0 et_pb_row_empty\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div> Tonmeisterin Tonmeisterin Teresa Schwind Tonmeisterin Nora Czamler am Set von Gr\u00fcn, gr\u00fcn gr\u00fcn, Photo: \u00a9 WILDart Film Tonmeisterin Nic Nagel Foto \u00a9 Lars Barthel <div class=\"et_pb_row et_pb_row_1 et_pb_row_empty\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div> Der Aufgabenbereich der Originaltonmeisterin umfasst die k\u00fcnstlerische und technische Mitarbeit bei Filmdreharbeiten. 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Dies erfordert neben umfassenden technischen und organisatorischen F\u00e4higkeiten ein ausgepr\u00e4gtes Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Wissen um die klanglichen Gestaltungsmittel.<\/p><p>Die Bedingungen der Tonaufnahme und die Art der aufzunehmenden T\u00f6ne sind ma\u00dfgeblich durch die Bildgestaltung und das gefilmte Geschehen bestimmt. Die O-Tonmeisterin muss die tonliche Situation am Drehort dahingehend gestalten, dass es m\u00f6glich wird, einen zum Bild authentisch wirkenden O-Ton aufzuzeichnen. Ihre Arbeit umfasst dabei die Gestaltung der akustischen Bedingungen am Drehort und die Wahl der erforderlichen technischen Mittel. Sie weist die Regisseurin auf m\u00f6gliche tonliche Probleme bei der Inszenierung hin und schl\u00e4gt Alternativen vor.<\/p><p>Die O-Tonmeisterin muss Bildinhalte und dramaturgische Funktion einer Einstellung unmittelbar erfassen k\u00f6nnen. Damit bei der sp\u00e4teren Montage die Illusion zeitlicher Kontinuit\u00e4t erm\u00f6glicht wird, muss sie daf\u00fcr Sorge tragen, dass klangliche und darstellerische Anschlussfehler vermieden werden.<\/p><p>Soweit am Drehort besondere dramaturgisch wichtige Ger\u00e4usche innerhalb oder au\u00dferhalb des Bildes vorhanden sind, sind auch diese in Form von sogenannten Nur-t\u00f6nen (also ohne Bild) aufzunehmen, insbesondere, wenn sie nicht, oder nur schwer im Nachhinein zu erzeugen sind. Dazu geh\u00f6ren u.a. Dialog-Nachsprecher, Komparsenstimmen, T\u00f6ne besonderer Requisiten, oder einzigartige Ton-Atmosph\u00e4ren (kurz \u201eAtmo\u201c).<\/p><p>Da die Arbeit der O-Tonmeisterin am Beginn der Tonproduktionskette steht, legt sie die Basis f\u00fcr alle nachfolgenden Arbeiten am Filmton. Sie muss eine gute Kommunikation mit dem Bild- und dem Tonschnitt etablieren. Die Kenntnis des aktuellen Standes der Postproduktionstechnik f\u00fcr Bild und Ton und des prinzipiellen Ablaufs von Schnittarbeiten ist wichtig, um zu gew\u00e4hrleisten, dass nicht Teile der Tonaufnahmen oder Metadaten im Laufe des Bildschnitts verloren gehen. Auch in diesem Sinne sollte bereits vor Drehbeginn ein Workflow f\u00fcr den Ton-Transfer vom Set in den Bildschnitt und von dort in den Tonschnitt entwickelt und getestet werden.<\/p><p>Die O-Tonmeisterin arbeitet in der Regel projektbezogen als Angestellte oder Selbstst\u00e4ndige, mitunter auch in Festanstellung. Im Bereich der szenischen Produktion leitet sie ein Team aus idealerweise zwei Tonassistentinnen.<\/p><p>\u00a0<\/p><h4>AUFGABEN<\/h4><p><strong>Vorbereitung:<\/strong><br \/>\u2022 Studium des Drehbuchs hinsichtlich der tonlichen Anforderungen und Umsetzbarkeit<br \/>\u2022 Besprechung mit Regie: Aufl\u00f6sung durchgehen, klangliche Intentionen hinsichtlich des Endprodukts erarbeiten, Anschl\u00fcsse abkl\u00e4ren, Hinweise und L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu vorhersehbaren akustischen Problemen machen<br \/>\u2022 Besprechung mit der Leiterin der Ton-Postproduktion (Sound Supervisor): klangliche Intentionen hinsichtlich des Endprodukts erarbeiten, Audio- und Metadaten-Workflow testen, notwendige Nurt\u00f6ne und Atmos besprechen, die von der Originaltonmeisterin aufgenommen werden sollen<br \/>\u2022 Besprechung mit Produktions- \/ Herstellungsleiterin: Falls notwendig Veranschlagung des Aufwandes, der f\u00fcr die Nutzbarmachung eines Drehortes zur Tonaufnahme anf\u00e4llt, beispielsweise in Form von Stra\u00dfensperrungen, Akustikbau (Absorber, D\u00e4mmmaterial,\u2026) usw. Auswirkungen durch schlechten O-Ton auf das Gesamtbudget verdeutlichen<br \/>\u2022 Personal-, Materialeinsatz und Zeitaufwand kalkulieren<br \/>\u2022 Besprechung mit Kamera\/Licht: Drehstil und Aufl\u00f6sung hinsichtlich tonlicher Umsetzbarkeit durchgehen, Bild- und Lichttechnik auf O-Ton-Tauglichkeit pr\u00fcfen (L\u00fcfter in Monitoren und Kameras u.\u00e4.). Leise Generatoren und akustisch ausreichenden Abstand (hinreichende Leitungsl\u00e4nge!) zum Drehort einfordern<br \/>\u2022 Besprechung mit Szenenbildnerin: Hinweise zur o-tontauglichen Auswahl und Gestaltung von Drehorten und Kulissen, Besprechung von notwendigen Akustikma\u00dfnahmen (Schalld\u00e4mmung, Schallabsorbtion), Beseitigung von St\u00f6rger\u00e4uschen (bspw. Dielenknarren usw.)<br \/>\u2022 Besprechung mit Kost\u00fcm: Hinweis auf Verwendung m\u00f6glichst raschel- und knisterfreier Stoffe sowie Vorbereitung von Kost\u00fcmen zum Einbau von Ansteckmikrofonen, Beklebung von Schuhsohlen zur D\u00e4mmung von Schrittger\u00e4uschen<br \/>\u2022 Obligatorisch: Teilnahme an den Motivbesichtigungen. Hinweise an Regie und Produktion hinsichtlich der akustischen Eignung der Motive<br \/>\u2022 Kl\u00e4rung des Produktionsablaufs z.B. bei Musik- und Gesangsaufnahmen am Drehort<br \/>\u2022 Festlegung und \u00dcberpr\u00fcfung der technischen Ger\u00e4te und des Arbeits- und Verbrauchsmaterials<br \/>\u2022 Kl\u00e4rung und evtl. Anmeldung der Frequenzen f\u00fcr Funkmikrofone<br \/>\u2022 Abstimmung und Testen des Datentransfers\/Workflows vom Drehort \u00fcber den Schneideraum zur Tonnachbearbeitung in Absprache mit Filmeditorin, seiner Assistentin und\u00a0 Sound Supervisor<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Durchf\u00fchrung:<br \/><\/strong>\u2022 Wahl einer sinnvollen Mikrofonierung (in der Regel Angel- und \/ oder Einbau- und Ansteckmikrofone)<br \/>\u2022 Aufnahme der Dialoge bzw. aller Aktionen vor der Kamera<br \/>\u2022 \u00dcberwachung der Tonaufnahmen (technische \/ k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t, Text, Sprachverst\u00e4ndlichkeit, nicht tolerierbare Nebenger\u00e4usche)<br \/>\u2022 Sicherstellung der Synchronit\u00e4t von Bild- und Tonaufnahmeger\u00e4t(en)<br \/>\u2022 Bereitstellung von Mith\u00f6rm\u00f6glichkeiten (engl. feed) f\u00fcr Regie und andere Gewerke<br \/>\u2022 Anweisung an die Tonassistentinnen zur Mikrofonf\u00fchrung und evtl. zum Einbau von Ansteckmikrofonen<br \/>\u2022 gegebenenfalls Playback-Einspielungen<br \/>\u2022 Erstellung einer O-Ton-Vormischung w\u00e4hrend der Aufnahme zur Verwendung f\u00fcr den Bildschnitt<br \/>\u2022 Beratung der Regie hinsichtlich der tonlichen Inszenierung<br \/>\u2022 Aufnahme bildunabh\u00e4ngiger oder dramaturgisch notwendiger Zusatzt\u00f6ne am Set (Nachsprecher, Off-Dialoge, Musik, drehortspezifische Atmosph\u00e4ren, Spezialger\u00e4usche usw.) f\u00fcr die Tonnachbearbeitung<br \/>\u2022 Erstellen des Tonberichts in elektronischer (Metadaten) oder Papierform in Zusammenarbeit mit Continuity\/Script<br \/>\u2022 \u00dcbergabe der Tonaufnahmen und Tonberichte an die Postproduktion; bei non-linearer Aufzeichnung in der Regel Anfertigung von Sicherheitskopien<br \/>\u2022 Teilnahme an der Mustervorf\u00fchrung.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Nachbereitung:<br \/><\/strong>\u2022 Beantwortung von R\u00fcckfragen aus der Postproduktion<br \/>\u2022 Anwesenheit bei der Postproduktionstonbesprechung<br \/>\u2022 Anwesenheit bei der Dialog- oder Endmischung zusammen mit Regie<\/p><p>\u00a0<\/p><h4>ANFORDERUNGEN<\/h4><p>\u2022 Einwandfreie H\u00f6rf\u00e4higkeit<br \/>\u2022 Konzentrationsf\u00e4higkeit \u00fcber l\u00e4ngere Zeit<br \/>\u2022 Bereitschaft zu unregelm\u00e4\u00dfigen Arbeitszeiten und \u00dcberstunden<br \/>\u2022 Bereitschaft zum Einsatz an wechselnden Drehorten (andere St\u00e4dte und L\u00e4nder), Wochenend- und Nachtarbeit<br \/>\u2022 Physische und psychische Belastbarkeit<br \/>\u2022 F\u00e4higkeit, kleinste Details eines Klangbildes wahrzunehmen und zu beurteilen<br \/>\u2022 Musikalit\u00e4t<br \/>\u2022 F\u00e4higkeit zu Teamarbeit, selbstbewusstem und konstruktivem mitmenschlichem Umgang und Empathie auch in Stresssituationen<br \/>\u2022 Dispositionsf\u00e4higkeit, Improvisationsf\u00e4higkeit, F\u00fchrungseigenschaften, Entscheidungsverm\u00f6gen und Verantwortungsbereitschaft<\/p><p>\u00a0<\/p><h4>AUSBILDUNG<\/h4><p>Es gibt keinen geregelten Ausbildungsweg speziell zur O-Tonmeisterin. G\u00e4ngig ist entweder eine mehrj\u00e4hrige Berufspraxis als Filmtonassistentin, eine medientechnische Ausbildung, oder ein tontechnisches Studium.<br \/>Neben elektroakustischen Kenntnissen ist vor allem bei der weit verbreiteten Selbst\u00e4ndigkeit in diesem Beruf auch betriebswirtschaftliches Wissen von Nutzen.<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"project_category":[11],"project_tag":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/project\/312"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/project"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/types\/project"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=312"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/project\/312\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1340,"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/project\/312\/revisions\/1340"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1336"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"project_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/project_category?post=312"},{"taxonomy":"project_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fc-gloria.at\/filmberufe\/wp-json\/wp\/v2\/project_tag?post=312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}