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Locationscout

 

Locationscout Kristina Haider © Hertha Hurnaus
Locationscout Kristina Haider © Hertha Hurnaus

 

Locationscouts finden die Produktionsorte für Kino-, Fernseh- und Werbefilme sowie für Fotoproduktionen. Sie arbeiten im Vorfeld von Produktionen und sind meist die ersten, die ein Drehbuch oder Storyboard künstlerisch umsetzen und visualisieren. Sie erarbeiten die Umgebungen (Innen- wie Außenräume), in denen sich die Schauspielerinnen bewegen. Zusammen mit Szenenbild, Kostüm und Maske bestimmen sie die abzulichtenden Oberflächen.

Locationscouts arbeiten in der Regel als selbständige, künstlerische Dienstleisterinnen für Medienproduktionsfirmen und beraten Fotografinnen, Regisseurinnen, Produzentinnen, Szenenbildnerinnen und Autorinnen. Bei Film- und Fotoproduktionen stehen sie in der Regel in engem Kontakt zur Szenenbildnerin/Production Designerin oder Fotografin, welche die Rahmenbedingungen für die Motivsuche vorgeben.

AUFGABEN

Locationsuche
Auf Basis eines Drehbuchs oder Storyboards entstehen im Gespräch mit Szenenbildnerin, Regisseurin und Kamerafrau Ideen für die Motive. Durch Referenzbilder, Recherchematerial und Bilder aus dem Archiv der Locationscout wird der Charakter der Motive herausgearbeitet. Daraufhin wird eine Motivliste als Vorlage für das Suchen der Locations zusammengestellt.

Die zu findenden Locations müssen sich als Drehort für die Umsetzung der einzelnen Szenen eignen. Das Finden der möglichen Drehorte geschieht durch systematische Recherche mit anschließender Präsentation der gefundenen Locations.

Produktionsdurchführung
Für jeden Ort gibt es eine Motivgeberin. Voraussetzung dafür, einen Ort als potenziellen Produktionsort vorzuschlagen, ist das Herausfinden der verantwortlichen Motivgeberin und ihr Einverständnis, dort Filmarbeiten durchzuführen. Mithilfe von Fotos der jeweiligen Locations werden die Orte der Regisseurin präsentiert. Hierbei werden mögliche Produktionsorte ausgewählt, die bei einer folgenden Motivtour besichtigt werden. In Zusammenarbeit mit der Szenenbildnerin wird vor Ort die filmische Umsetzung präsentiert. Die vorgeschlagenen Orte müssen sowohl künstlerisch als auch logistisch einer Überprüfung standhalten. Bei Filmen mit besonders vielen Motiven oder mit einem sehr schwer zu findenden Drehort müssen oftmals mehrere Locationscouts parallel arbeiten, um die bestmögliche Location zu finden.

Ist eine Location als Drehort festgelegt worden, übergibt die Locationscout die Kontaktdaten und den Gesprächsstand an die Produktion und sagt die verworfenen Locations ab.

ANFORDERUNGEN
  • Visualisierung von Texten, Abstraktionsfähigkeit
  • hervorragendes visuelles und räumliches Vorstellungsvermögen
  • gute Kenntnisse der technischen Abläufe von Film-, Fernseh- und Fotoproduktionen
  • gute Kenntnisse der Kultur- und Architekturgeschichte
  • gute fotografische Kenntnisse
  • kaufmännische und organisatorische Fähigkeiten
  • Kenntnisse und Nutzung der digitalen Medien
  • Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen und diplomatisches Geschick

Die Fähigkeit, sich in die Stimmung einer Geschichte zu versetzen, die Aussage eines Films über entsprechende Orte zu transportieren und dadurch den Stil eines Filmprojekts mit zu entwickeln, zeichnet die Locationscout aus.

AUSBILDUNG

Locationscout ist zurzeit kein Ausbildungsberuf. Es gibt keine solche Lehre oder einen entsprechenden Studiengang. Locationscouts sind deshalb Quereinsteigerinnen, die ihre Qualifikationen durch verwandte Berufsausbildungen, durch das Arbeiten bei Film- und Fotoproduktionen und bei anderen Locationscouts erwerben.

Da die Locationscout eine Sonderstellung zwischen kreativen und organisatorischen Mitarbeiterinnen einnimmt, gibt es keine vorgezeichneten Weiterbildungs- und Aufstiegswege. Es ist möglich, sich als Szenenbildnerin oder Fotografin weiter zu qualifizieren oder als Motivaufnahmeleiterin zu arbeiten. Die meisten Locationscouts ziehen es allerdings vor, bei ihrem Beruf zu bleiben und ihre Fähigkeiten durch Erfahrungen zu verbessern.